Graduierung
Warum ist ein WT-Lehrer für den einen "Si-Fu", für den anderen "Si-Hing?"
Eine Frage die fast jeder WT-Neuling stellt. Die Antwort liegt im
WT-Stammbaum, den jeder fortgeschrittene WT-Schüler kennen sollte. Für
die Chinesen ist es wichtig, wer von wem eine Kampfkunst gelernt hat. Im
WT können wir anhand eines Stammbaums die Ursprünge bis zur Nonne und
Ahnfrau des WT, Ng Mui, zurückverfolgen. Von diesem Stammbau profitiert
heute jeder WT-Schüler. So kann er stets überprüfen, ob sein Lehrer die
entsprechende Qualifikation besitzt. Dazu kann er bei der EWTO jederzeit
Auskunft einholen. Scharlatane und Möchtegern-Kung-Fu Meister haben
keine Chance.
In der Regel reicht aber die Frage: "Wer ist Dein Si-Fu?" oder "Wie
heißt Dein Si-Gung?" Lautet die Antwort: "Keith R. Kernspecht" oder
"Leung Ting", ist es sehr wahrscheinlich, dass der Ausbilder über eine
Legimitation verfügt. Diese Fragen zeigen jedoch ganz deutlich: Es ist
wichtig, zumindest ein paar Begriffe des WT-Stammbaums zu kennen.
Deshalb im Folgenden ein kleines Stammbaum Glossar, das jeder WT-Schüler
beherrschen sollte. Die Bezeichnungen für eine einzelne Person sind
nicht allgemein gültig. Es ist wie in einer Familie. So kann ein Mann
immer nur einen einzigen Vater haben, den er "Vater" nennen wird. Seine
Kinder werden zu seinem Vater jedoch "Großvater" sagen, und deren Kinder
nennen denselben Mann "Urgroßvater". So auch im WT.
Keith R. Kernspecht sagt zu Leung Ting "Si-Fu" (=Vaterlehrer), Hubert
Werner nennt Kernspecht Seinen "Si-Fu" und Leung Ting seinen "Si-Gung"
(Großvaterlehrer). Dabei soll die Übersetzung in Familienbegriffen nicht
zu eng genommen werden. Sie vereinfacht lediglich das Verhältnis für
den Stammbaum und die Geschichte des WT. Es geht hier keinesfalls darum,
die eigenen Eltern oder Verwandten zu ersetzen. So etwas geschieht
allenfalls in einer Sekte. Die EWTO will sich von solchen Ansinnen
bewusst distanzieren.
Dai: Die Vorsilbe "Dai" bezeichnet die Lehrer einer Gruppe. In
einer WT-Schule wird man in der Regel mehrere Si-Hings haben, aber nur
einen Schulleiter. Dieser heißt Dai-Sihing, es sei denn, er ist der
Si-Fu. Den Sifu, der in der Hierarchie am höchsten steht, nennt man
Dai-Sifu (in Europa: Keith R. Kernspecht). Als Nachsilbe bezeichnet
"Dai" hingegen, z.B. den jüngeren Bruder. Lady Si-Fu: siehe Si-Fu.
Si-Gung: bedeutet übersetzt Großvater. "Si-Gung" sagen alle
direkten Schüler von Keith R. Kernspecht zu Leung Ting. Für fast alle
neuen WT-Kämpfer ist Kernspecht selbst "Si-Gung" Die Frau des Si-Gungs
spricht man mit "Si-Tai" oder "Si-Po" an. Si-Je: große Schwester.
Dieselben Regeln wie bei Si-Hing. Si-Jo: bedeutet übersetzt Urgroßvater.
Für alle WT-Schüler, die zu einem direkten Schüler von Keith R.
Kernspecht "Si-Fu" sagen, ist das Leung Ting.
Si-Suk-Gung: Großonkel. Der Si-Hing oder kleine Bruder des Si-Gung.
Si-Suk: bedeutet übersetzt Onkel. Der kleine oder große Bruder (Si-Pak)
eines Sifus ist der Onkel. Wer beispielsweise zu Rainer Tausend "Si-Fu"
sagt, nennt Thomas Schrön "Si-Suk". Der Titel Si-Suk sagt jedoch nicht
aus, ob jemand tatsächlich selbst "Si-Fu" ist, wie in unserem Beispiel.
Si-Fu: bedeutet übersetzt Vater. Si-Fus sind WT-Lehrer, denen es
erlaubt wurde, eine eigene WT-Generation aufzubauen. Dazu werden sie von
ihrem Verband mit einer offiziellen Urkunde bevollmächtigt. Doch es
gehört einiges mehr dazu, selbst Si-Fu zu werden. Die Voraussetzungen
sind, dass der WT-Kämpfer mindestens den 2. TG besitzt, über 50 eigene
Schüler hat und davon einen selbst zum 1. TG begleitet hat. Außerdem muß
sich ein kandidierender Si-Fu über Jahre hinweg als ehrenhaft für WT
und die EWTO erwiesen haben. Seinen Si-Fu spricht man lediglich mit dem
Titel "Si-Fu" an und duzt ihn. Der Vor- oder Nachname soll nicht
zusätzlich genannt werden (siehe Textkasten). Ein weiblicher Si-Fu wird
auch mit "Si-Fu" angesprochen. Die Frau des Si-Fu heißt hingegen
"Si-Mo".
Si-Hing: bedeutet übersetzt großer Bruder. Si-Hing wird man von
ganz alleine. Zu jedem Schüler, der auch nur einen Tag länger in der
WT-Schule ist, sagt man traditionell "Si-Hing". In Europa handhaben wir
das jedoch ein wenig lockerer. Mitschüler reden wir mit Du und Vornamen
an, zu Ausbildern (schwarze Kleidung) sagen wir "Si-Hing" auch dann,
wenn der Ausbilder eigentlich unser WT-Onkel (Si-Suk) ist. Das
vereinfacht die Kommunikation erheblich. Seinen Si-Fu redet man jedoch
stets mit dem Titel "Si-Fu" an.